Der Ausbruch aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim erinnert ein wenig an
die Geschichte des Grafen von Monte Cristo: Mit seinem Eßbesteck kratzte der
32jährige Rumäne Gheorge Axane erst den Mörtel von der Wand seiner Einzelzelle,
um dann einen ganzen Steinquader aus der Wand zu stemmen. Eine auf ungeklärten
Wegen zu ihm gelangte Metallsäge nutzte er, um aus dem Bettgestell eine Leiter
zu basteln. Damit kletterte Axane über die Gefängnismauer. So kurios der
Ausbruch vom Wochenende auch ist, so viele Fragen zieht er nach den
Sicherheitsstandards in Mannheim nach sich. Der Rumäne war als Serienausbrecher
bekannt und konnte bereits zwei Mal aus dem kurpfälzischen Gefängnis
entkommen.
Er saß wegen Bandendiebstahls seit Mitte April dieses Jahres ein und war
wegen seiner Vorgeschichte mit Bedacht in einem „vandalensicheren“ Raum
untergebracht: Alle Gegenstände wie Tisch, Bett und Stuhl sind fest dort
installiert. „Rechtlich gesehen, gab es keine schärfere
Unterbringungsmöglichkeit“, versichert der Leiter der etwas mehr als 800
Insassen umfassenden JVA, Rudolf Winkler. Nur wenn der 32jährige für seine
Umwelt oder sich selbst eine Gefahr dargestellt hätte, wäre die Verlegung in
eine Zelle möglich gewesen, in der sich fast gar keine Möbel befinden.