Am 2.9.07 fand in Büren eine Demonstration unter dem Motto „Kriege
beenden, Abschiebung Abschaffen, Menschenrechte durchsetzen“ statt. Unter
anderem gab es auch eine Kundgebung vor der JVA Büren, die zu einer der
größten Abschiebehaftanstalten der Bundesrepublik zählt. Bei dieser Kundgebung
wurde ein Redebeitrag von Noel Asanga Fon aus Kamerun verlesen, der sich zu dem
Zeitpunkt in der Abschiebehaftanstalt befand. Dieser Beitrag war gleichzeitig
der Beginn eines Hungerstreiks, dem sich 60 Inhaftierte anschlossen.
Die Hungerstreikenden fordern die sofortige Schließung aller
Abschiebegefängnisse in Deutschland. Die BRD habe sich durch die Unterzeichnung
diverser internationaler Verträge, unter anderem der Genfer
Flüchtlingskonvention, verpflichtet, Flüchtlingen Asyl zu gewähren. Diese
Verpflichtung werde jedoch durch die deutsche Gesetzgebung ad absurdum geführt,
so dass es keine faire Chance mehr für Asylsuchende gäbe. Die Konsequenz könne
daher nur der sofortige Stopp aller Abschiebungen und die Schließung aller
Abschiebegefängnisse sein.
Noel Asanga Fon ist am 4.9.07
aus der Abschiebehaft freigelassen worden. Nach drei Monaten Abschiebehaft wurde
festgestellt, dass die Ausländerbehörde einen Formfehler begannen hat. Warum
dieses erst jetzt passierte, nachdem er den Hungerstreik anführte und nicht
direkt beim Beginn der Haft, wird wohl nicht mehr geklärt werden können. Neben
Noel Asanga Fon sind zwei weitere Gefangene, die maßgeblich an dem Streik
beteiligt waren, entlassen worden.
Die JVA Büren behauptete gegenüber Medienvertretern, es befänden sich nur 5
Inhaftierte im Hungerstreik. Dieses wird jedoch von den Gefangenen massiv
dementiert. Seitdem der Streik begonnen hat, sind bei jeder Mahlzeit mindestens
60 Essen unberührt zurückgegeben worden. Die Gefangenen vermuten, dass diese
Fehlinformation zur Destabilisierung der Hungerstreikenden beitragen soll. Schon
in der Vorbereitung des Hungerstreikes wurde der Faxversand, mit denen die
Gefangenen die Aktion vorbereiteten, von der JVA teilweise unterbunden und erst
Beschwerden ermöglichten den Gefangenen eine freie Kommunikation nach außen.
Der Verein ´Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.´ unterstützt die
Forderungen der Streikenden. Pressesprecher Frank Gockel meint dazu, dass es
verwunderlich ist, dass die Menschen angesichts ihrer Verzweiflung bisher
solange ruhig gehalten haben.
„Das Abschiebesystem der Bundesrepublik ist absolut Menschenverachtend, der
sofortige Stopp aller Abschiebungen und die Schließung der Abschiebegefängnisse
kann daher nur der richtige Weg sein.“, so Gockel wörtlich. |