März 2008: „Anschließend nahm der Angeschuldigte ein
etwa zwei Meter langes Stromkabel und legte es dem Geschädigten um den
Hals (...) Der Angeschuldigte führte ihn sodann zum Fenster und
forderte ihn auf, sich aufzuhängen. Andernfalls drohte er ihm an, ihm
dabei zu ,helfen'.”
Auszug aus der Anklageschrift im mutmaßlichen Missbrauchsfall der JVA-Gelsenkirchen von März 2008
„So eine Angst hatte ich um mein Leben. Ich war am Zittern. Dann bekam
ich noch mit, dass ich plötzlich ein Kabel um den Hals hatte. (...) Ich
wünschte, dass er mich umbringt, damit alles ein Ende hat.”
Auszug aus der Zeugenaussage im mutmaßlichen Missbrauchsfall
31. Dezember 2008: „Eine wirklich lebensbedrohliche
Situation für das vermeintliche Opfer hat es auch nach der vorliegenden
Anklageschrift zu keinem Zeitpunkt gegeben. Es drängt sich der Verdacht
auf, dass ein Skandal inszeniert werden soll.”
Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter zur WAZ
10. Februar 2009: „Bei dem Vorfall mit angeblichen
Porno-Videos ging es um die Weitergabe eines Oberkörper-Nacktfotos
einer Gefangenen für ihren Freund, der ebenfalls in einer JVA einsitzt.
Dieses Bild soll von einer weiblichen Bediensteten gefertigt und von
dem männlichen Bediensteten unter Umgehung der anstaltsüblichen
Briefkontrolle auf den Postweg gebracht worden sein. Dieses Verfahren
soll der Bedienstete vermittelt haben. Zur Klärung der Vorwürfe wurde
er vorläufig suspendiert.”
Sprecher des Justizministeriums gegenüber ddp
„Der Mitarbeiter ist in der JVA seit Jahren bekannt: dass er
Nacktaufnahmen von Gefangenen macht und sie ins Internet stellt. Das
geschah nicht nur mit dem Einverständnis der weiblichen Gefangenen,
sondern auch gegen ihren Willen. Uns wurde von Häftlingen erzählt, dass
der Mitarbeiter ihnen unter der Dusche die Handtücher weggerissen, sie
auch begrabscht hat.”
(Ex-Häftling zur WAZ)
19. Februar: „Wir haben von dem Vorfall am 22. Dezember 2008 durch eine andere JVA erfahren und dann sofort gehandelt.”
(Anstaltsleiter der JVA Gelsenkirchen gegenüber der WAZ)
„Wie haben schon im September 2008 deswegen einen Beschwerde-Brief an
die Vorgesetzten geschrieben. Daraufhin ist nichts passiert. Der
Mitarbeiter hat weitergemacht wie bisher.”
(Eine Mitarbeiterin der JVA Gelsenkirchen gegenüber der WAZ) |