Gelsenkirchen.
„Wir sind kein Psycho-Knast und kein Porno-Skandal-Gefängnis”: Der neue
Leiter der Justizvollzugsanstalt in der Feldmark, Julius Wandelt, will
die JVA schnell aus den Negativ-Schlagzeilen herausholen, wieder Ruhe
ins Gefängnis, Ruhe unter Mitarbeiter und Häftlinge bringen.
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Das erklärte er bei einem ersten Pressegespräch am Mittwoch, nachdem
der 51-Jährige erst am Montag seinen Dienst angetreten hatte. Die
Justizministerin hatte den bisherigen Leiter der JVA in Castrop-Rauxel
wie berichtet kurzfristig vergangenen Freitag nach Gelsenkirchen
versetzt und den bisherigen Chef abgezogen, um einen Neuanfang zu
ermöglichen. „Was hier los ist, stand in der Zeitung, aber das hat
nicht nur eine Ursache oder nur mit einer Person zu tun”, stellte
Wandelt klar. Vorrangiges Ziel für ihn: Die insgesamt 274
JVA-Mitarbeiter wieder zu motivieren, denn nur so – ohne
Skandalvorwürfe – könnten sie ihrer Aufgabe gerecht werden: „Die
Gefangenen nur wegschließen geht nicht. Wir müssen sie für das Leben
draußen fit machen. Sonst haben wir den Drehtüreffekt”.
An Kritik von außen zur Personalausstattung der JVA beteiligt sich
Wandelt nicht: Sie liege nun im Landesdurchschnitt, nachdem die üppigen
Zustände zur Vorzeige-Piloteröffnung Ende der 90er Jahre vorbei sind.
Damit müsse man umgehen können. Auch Überbelegung oder
Einzelzellen-Mangel sind für Wandelt kein Kern- oder Knackpunkt in der
JVA mit 440 Männer- und 180 Frauenplätzen, wobei aktuell nur der
Frauentrakt überbelegt ist. „Wir sind aber auch kein Hotel, das sagt,
wir haben kein Zimmer frei”, so Wandelt.
Für den Personalratsvorsitzenden Detlef Börner hat der zurückliegende
Abzug von 50 Mitarbeitern freilich schon Folgen: „Die Leute sind
ausgelaugt. Wir hoffen nicht nur, wir erwarten von der neuen Leitung,
dass sich die Situation jetzt verbessert” Auch er wehrt sich gegen
Vorwürfe wie Psycho-Knast, gegen Pauschalkritik an schlechter
Gefangenenbetreuung. Der überdurchschnittliche Krankenstand, er ist
wohl auf Stimmung wie Stress zurückzuführen, sagen Wandelt wie Börner
in unterschiedlicher Gewichtigung.
Nicht akzeptabel und wohl Beleg für organistorische Mängel ist für
Wandelt, dass in den zahlreichen Werkstätten der JVA „kein Betrieb”
ist. „Die Gefangenen sitzen in ihren Zellen. Das ist nicht gut”. Taten-
und Beschäftigungslosigkeit, Probleme mit dem „6 Uhr-Aufstehen”, das
hat für Wandelt fatale Folgen. „Dabei sind wir vom Tüten kleben weit
entfernt”.
„Es gibt Beschwerden von Gefangenen, die arbeiten wollen und mehr
Sportangebote”, bestätigt Günther Brückner, Vorsitzender des
JVA-Beirates. „Wir hoffen jetzt auf vertrauensvollere und bessere
Zusammenarbeit und einen Neuanfang”. Am Montag trifft sich der Beirat
mit Gefangenen und mit Ministeriumsvertretern. Das
Grünen-Beiratsmitglied Jörg Hülsmann mahnt unterdessen an: In den JVA
herrsche Subkultur und Parallelwelt. Es fehle an Geld und Personal. Das
Justizministerium sei gefordert. |
Erstaunlich,
der Typ ist noch keine 24 Std. im Amt, und weiß, dass das kein
Psycho-Knast sei. Die Knackis, die schon Monate da sind, und sogar
einige Beamte, die auch schon länger da sind, sehen das ganz anders.
Also wem kann man dann glauben?
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