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Gehören Gefängniswärter zur Unterschicht?

Gehören Gefängniswärter zur Unterschicht?

Gehören die Wärter in Gefängnissen, die Wachtmeister in den Gerichten zur „sozialen Unterschicht“? Sind die Beamten im Strafvollzugsdienst „geistig Minderbemittelte“? Darf ausgerechnet ein Lehrer der nordrhein-westfälischen Justizvollzugsschule dem Nachwuchs in Wuppertal Auge in Auge so etwas unterstellen? Damit jährlich rund 300 Schülerinnen und Schüler verhöhnen und diese Praxis vom Schulleiter auch noch decken lassen?

Nein, meint sein ehemaliger Kollege Peter Glocker. Glocker hat in der Zeitschrift „Der Vollzugsdienst“ die „Arroganz“ öffentlich gemacht. Doch eine Konsequenz haben die „dauerhaften Verstöße gegen das Diskrimierungsverbot“ bislang nicht gehabt. Jetzt beschäftigt sich das Parlament mit dem Eklat.

Dem einstigen Vertrauenslehrer Glocker war der Kragen geplatzt. Schülerinnen und Schüler hatten sich bei ihm über das „pädagogisch untragbare Verhalten“ des Kollegen beschwert. Peter Glocker sagt, weil sein Chef auch auf mehrfache Hinweise nicht reagierte, habe er sich entschlossen, in der Fachzeitschrift des Bundes der Strafvollzugsbediensteten auszupacken.

Sein Fazit: Der kritisierte Kollege sei „in längst überwunden geglaubte Verhaltensweisen zurückgefallen“. Während der Schulleiter Glocker zu einem „Nestbeschmutzer“ machte, hagelte es in E-Mails Zustimmung ehemaliger Schüler und Schülerinnen: „Den Artikel zu lesen tat richtig gut“, schrieb Melanie D., „endlich hat mal einer das ausgesprochen, was sich andere nicht trauen.”

“Immer wieder hat der Lehrer gesagt, das der Klassenverband Teil der sozialen Unterschicht wäre“, bestätigte Markus H. und erinnert sich: „Da ballt man in der Tasche die Faust“. Der Artikel von Glocker „gibt genau das wieder, was zu diesem Zeitpunkt gelaufen ist“, bestätigte Jörn T. Und Heike Z. ließ Glocker wissen: „Der Artikel ist super gut geworden, ich denke, damit ist vielen Anwärtern endlich mal der Stein vom Herzen gefallen.”

So bestärkt wandte sich Glocker schriftlich an das Justizministerium. Vier Mal. Dessen lapidare Antwort: Es gebe „keine Veranlassung zu Maßnahmen der Dienstaufsicht“. Dieser Ansicht ist das Ministerium noch immer. Auf Anfrage ließ es durchblicken, der sensible Kritiker Glocker könne ein Querulant sein: „Herr Peter Glocker ist eine ehemalige Lehrkraft der Justizvollzugsschule, die in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Beschwerden und Eingaben verfasst hat. Darin wird das Verhalten eines Kollegen und des Schulleiters kritisiert. Sämtliche Eingaben wurden geprüft, die darin vorgetragenen Vorwürfe entkräftet.”

Ob das aber wirklich so ist, prüft momentan der Petitionsausschuss des Landtages. Dem Ausschuss bleibt das Justizministerium bislang eine Antwort schuldig. (pbd)

ausgesuchte Kommentare dazu:
Matthias meint:

Ich verstehe überhaupt nicht, dass das ernsthaft jemand in Frage stellt. Welcher normal sozialisierte Mensch kann sich nur vorstellen, in so einer Umgebung zu arbeiten, geschweige denn, das ein Leben lang zu tun?
Matthias

Herzschen meint:

In Deutschland wird mal wieder Rede- und Meinungsfreiheit nicht ertragen. Wer sich über die Sprüche dieses Lehrers aufregt, ist wahrlich nicht als Gefängniswärter geeignet. Nicht auszudenken, was dann passiert, wenn solche Sprüche nicht von “Vorgesetzten” sondern von den Gefangenen.

Matthias: Das frage ich beim Beruf Lehrer aber genauso so. Da werde ich doch lieber Müllmann, denn der Müll kann wenigstens nicht sprechen.

ninjaturkey meint:

@Matthias: ach ja? Und welcher “normal sozialisierte” Mensch kann sich vorstellen, ein Leben am Fließband oder in der Kohlegrube zu verbringen, oder in der Betreuung psychisch kranker oder behinderter Menschen, oder als Lehrer oder Streetworker in sozialen Brennpunkten? Es gibt Millionen Jobs, die sich ein “normal sozialisierte” Mensch wohl kaum vorstellen kann, und ich bin froh, dass all die Menschen IN diesen Jobs ein wenig mehr Fantasie aufbringen.

Lord meint: (4.6.2009 um 13:16)

@Matthias:

Polizist bei der Bepo ist sicher gefährlicher und die Arbeitszeiten sind schlechter, und dennoch gibt es Interessenten.
In der heutigen Zeit ist Vater Staat ein sicherer Arbeitsplatz, immerhin haben die Gäste eine 70%ige Wiederkehrerquote.

Demnach ist Lehrer an einer Vollzugsschule auch kein besonders angesehener Job;

@All: Wärter gibts im Zoo, es handelt sich um Bedienstete, genauer Vollzugsbedienstete.
Eigentlich sollte die Tätigkeit nicht nur im Schlüsselumdrehen bestehen, aber dank leerer Kassen und Personalmangel reduziert es sich oft darauf.

Schönen Gruß von einem Vollzugshelfer,

Lord

“wärter” meint: (4.6.2009 um 13:22)

lieber matthias.
wie ich sehe unterstützt du das diskriminierende und respektlose verhalten dieses möchtegern-pädagogen auch noch mit deinen obigen thesen…
wie kannst du dich erdreisten so nen dummen kommentar über einen für die gesellschaft sehr wichtigen beruf abzulassen?
hast du denn einblick in die berufswelt eines vollzugsbeamten?
was weißt du über die arbeit im knast mit sehr schwierigen menschen die es zu resozialisieren gilt?
ich weiß nicht was du beruflich machst,als “normal sozialisierter” mensch…
und es ist mir auch ziemlich egal.aber ich würde mit solch “klugen thesen”vorsichtiger agieren im internet.

und noch was zu diesem lehrer aus der vollzugsschule..wären die jungen vollzugsbeamten wirklich assis aus der sozialen unterschicht wie er ihnen sagte,dann hätten sie nicht den normalen beschwerdeweg gewählt sondern hätten das unterschichten-like geregelt…
dann würde er wohl nie mehr solche sprüche vom stapel lassen..
ich hoffe nur das man ihn seitens des ministeriums dafür belangt..was ich aber leider bezweifle..
denn solange vollzugsbeamte als wärter und schliesser in der presse tituliert werden hat man keinen respekt vor der schwierigen aufgaben die sie täglich erledigen..
und das auch zur sicherheit solcher klugscheisser wie diesem matthias…
mfg
ein “wärter” der sozialen unterschicht..

Dooorie meint:
Unabhängig vom Ausbildungsberuf muss sich kein Azubi und kein Schüler von Lehrern derart beschimpfen und demütigen lassen. Mit Meinungsfreiheit hat dieser Teil der Geschichte nichts zu tun. Die kommt erst ins Spiel, wenn es darum geht ob die Geschichte in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden darf. Das darf sie und sollte sie.
321 meint: (4.6.2009 um 13:25)

Welcher normal sozialisierte Jurist macht einen Job als Staatsanwalt?
Das wäre eine echte Frage!

Ralf meint: (4.6.2009 um 13:33)

Der Lehrer sieht sich als etwas besseres an und meint, das alle die nicht seinen Status besitzen als Unterschicht an. Das schlimme daran ist jedoch, das er mit dieser Meinung nicht alleine dasteht, er hat das nur ausgesprochen.

horst meint: (4.6.2009 um 13:49)

Die überwiegende Mehrheit der in der BRD lebenden Personen gehört der Unterschicht an.

Ich erinnere mich noch an den Richter aus Mannheim, der einem NPD-Vorsitzenden und Lehrer, einen einwandfreien Charakter konstatierte.

Seit A.H. das Bürgertum in Deutschland vernichtet hat, um die Proleten aufzuwerten, gibt es viel zu viel Prekariat, auch unter sogenannten Akademikern.
(incl. Juristen, mit der Bitte um Entschuldigung an U.V., aber es ist so. )

Das Beamtentum (auch die Lehrertätigkeit) ist anziehend für die Unterschicht.

Scharnold Warzenegger meint: (4.6.2009 um 13:49)

Also mal ehrlich: nach meiner Auffasung gibt es überhaupt nur einen Beruf, der noch weniger angesehen ist als Lehrer: Politiker.

Lehrer sind nahezu immer quängelnde Klugscheißer, die stets alles besser wissen. Das “Beserwissen” wollen Sie dann auch noch jedem aufdrängen, egal ob Derjenige es hören will oder nicht. Und meist sind es linke Vögel, die meinen man müsse diejenigen, die besonder viel arbeiten und verdienen, schröpfen.

Lehrer? Nein Danke!

Und daß sich so einer dann aufschwingt anderen zu erzählen, welchen gesellschaften Stellenwert sie haben, bestätigt nur meine Thesen.

Sebastian meint: (4.6.2009 um 13:54)

Naja, im Prinzip hat der Lehrer ja mehr oder weniger recht mit der Unterschicht (wenig Einkommen, keine sehr hohe Bildung und auch nicht gerade hohes soziales Ansehen), aber es ist absolut völlig indiskutabel den Schülern so etwas an den Kopf zu werfen.
Vor allem aus pädagogischer Hinsicht ist es sicher nicht hilfreich diesen doch sehr negativ geprägten Begriff zu nutzen und die Schüler damit halt auch zu beleidigen, demotivieren und deren Tätigkeit so herabzusetzen.
Es sollte ja doch eher im Interesse des Lehrers liegen die Schüler zu höheren zu motivieren.

Jan Peter meint: (4.6.2009 um 14:01)

@10 Ganz groß, Warzenegger, das war jetzt wirklich Bildzeitungsniveau – dümmlich pauschalisierend. Und dass sich EINER unverschämt und verachtenswert (so sehe ich das) äußert, bestätigt noch lange nicht ihre “Thesen”, die sich auf auf (”nahezu”) ALLE Lehrer beziehen. Also wäre ich Lehrer, würde ich keinen “Gut gemacht”-Stempel unter Ihren Kommentar setzen…

anonym meint: (4.6.2009 um 14:06)

Vorstellen kann man sich so manches. So kann man sich auch gut und bildlich vorstellen, daß ein konkreter Polizist, der einen auf der Straße anhält, der geistigen Unterschicht angehört. Aber es ist doch etwas ganz anderes, dergleichen (auch wenn es denn die Fakten hergeben sollten) tatsächlich auszusprechen.

@9 Seltsame Behauptungen. Arbeiten Sie als Amateursoziologe?

Dominic meint: (4.6.2009 um 14:07)

@herzchen: naja, diese Aussage “Wer sich über die Sprüche dieses Lehrers aufregt, ist wahrlich nicht als Gefängniswärter geeignet. Nicht auszudenken, was dann passiert, wenn solche Sprüche nicht von “Vorgesetzten” sondern von den Gefangenen.” ist ja absolut falsch aus meiner Sicht.

Wenn ein Insasse dich beschimpft, interessiert das nicht, der macht das ja eben NUR um zu provozieren. Der Lehrer hingegen hat einen Lehrauftrag und die Fürsorgepflicht gegenüber seinen Schutzbefohlenen. Der kann nicht einfach die Schüler runtermachen. ich würde gern mal sehen, wie “gut” du es finden würdest, wenn deine Tochter nach der Schule nach hause kommt, und dir erzählt, die Lehrerin macht mich immer fertig. DU wärst doch die erste, die eine Klassenkonferenz fordert… also ein bisschen mehr nachdenken hilft sicherlich!

Hirnrazzia meint: (4.6.2009 um 14:20)

Entscheidend hier ist doch die Ignoranz des Schulleiters und des Justizministeriums den Vorfällen nicht genug Tragweite und Aufmerksamkeit zu schenken. Sonst wäre die Angelegenheit schon längst erledigt.
Mich wundert es nicht. Wird auf Justizvollzugsschulen eigentlich auch Ethik gelehrt?

Ansonsten versteh ich das devote Verhalten der Schüler nicht. Wo ist das Problem den Lehrkörper geschlossen die Meinung zu geigen? Ohne Blatt vor den Mund?

Die Macht der Masse ausnutzen.

igel meint: (4.6.2009 um 14:37)

Meinungsfreiheit gilt gegenüber BÜRGERN. Hier sprechen wir von einem Beamten, der in der Dienstausübung spricht. Der ist nicht völlig frei im Herausblasen seiner Ansichten. Wär ja auch noch schöner wenn jeder Antisemit, der einen Lehrerposten ergattert, und jeder Christ, der Lehrer wird, seine Schüler auf Staatskosten mit Unfug berieseln darf. Die Dienstaufsicht hat völlig versagt. Solche Sätze gehen zu weit, die kann er in seiner Freizeit trompeten. Im staatlich Bezahlten Unterricht hat er gefälligst seine Schützlinge nicht zu beleidigen und darf seine Privattheorien zu Schichtsystemen für sich behalten.

Die Dienstaufsicht scheint aus feigen, kumpelhaften Giftzwergen zu bestehen, die sich weder durchsetzen können, noch irgend eine Ahnung davon haben, was guter Unterricht ist.

N.N. meint: (4.6.2009 um 14:45)

@10/Scharnold:

Offenbar hast du ziemlich exakt die gleichen Erfahrungen wie ich machen dürfen. Lehrer als Mandanten? Nein danke! Lehrer im Privatleben? Gott bewahre!

Die von dir beschriebenen Eigenschaften ordne ich gefühlten 90 % der Lehrer zu, die ich bis heute kennen lernen musste. Lobenswerte Ausnahmen sind dabei auch zum Leidwesen der Kinder die Nadel im Heuhaufen.

Matthias meint: (4.6.2009 um 15:07)

@wärter
da ich mal Kunde dieser Berufsschicht war, erlaube ich mir auch, mir ein Urteil zu bilden. Das ist übrigens der Unterschied zum Vorurteil.
Die Frage war nicht, ob das ein für die Gesellschaft wichtiger Beruf ist, die Frage war, welches Geistes Kinder diesen Beruf ergreifen. Und die ist beantwortet.
Assis aus der Unterschicht sind übrigens nicht in der Lage, sich sozialverträglich zu wehren, was sich hier auch wieder bestätigt hat, denn wie lange hat der Lehrer seinen Schülern das vergehalten, bis sich mal einer (EINER) getraut hat, einen Brief zu schreiben? Alle anderen kuschen, Untertanen eben.
Meine Sicherheit wäre um ein Vielfaches höher, wenn der Gefängnisalltag von Resozialisierung geprägt wäre und der Teil der Wärter, die als sadistisch bezeichnet werden müssen, entfernt würden.

Dierk meint: (4.6.2009 um 15:10)

Wow, der Mob hat heute wieder Ausgang?

- Meinungsfreiheit ist zwar ein hohes Gut, bedeutet aber nicht, dass ich [oder irgendjemand] andere Menschen einfach beleidigen darf. Es gibt einen Unterschied zwischen Schmähkritik und Verunglimpfung. Freiheit, meine Damen und Herren, hört dort auf, wo sie anderer Menschen Freiheit einschränkt. Schade, dass es dafür so viele Gesetze, Verordnungen und Gerichtsurteile braucht.

- Die Würde des Menschen ist ein höher zu bewertendes Grundrecht als die Redefreiheit.

- Das Verhalten ‘einiger Personen’ zur Grundlage einer allgemeinen Wahrheit zu machen, gehört an den Stammtisch [nach den ersten drei, schnell getrunkenen Bier]. Natürlich kann man sein Weltbild durch die Zirkussendungen der RTL-Gruppe – Frauentausch etc. – beziehen …

- Herzschen, schon mal selbst einen eingeschenkt bekommen? Dein Nym, z.B., ist das einfach Rechtschreibschwäche? Oder mundartbedingt? Oder zufällig ein echter [Nach-]Name, der vor einigen Generationen mal falsch aufgeschrieben wurde? Egal wie, Ihr Kommentar schießt sie aus einer zivilisierten Gesellschaft aus.

- Schon mal dran gedacht, dass Vorbilder nachgemacht werden? Völlig egal, wie alt Menschen sind, wenn sie lernen, lernen sie auch durch das vorgelebte Verhalten der Lehrer. Also werden die Beleidigten später eher bereit sein, auch jede Zivilisation fahren zu lassen.

- Noch schlimmer: Gewalt pflegt sich zu steigern, von der einfachen verbalen ['Ihr bringt das nie zu was.'] über die scharfe verbale ['Du Pflaume gehörst noch jetzt abgetrieben.'], die extreme verbale [kein Beispiel, das soll sich jeder selber zusammenreimen] bis zu Handgreiflichkeiten jeder Konsequenz. eines Tages ballt einer seine Faust in der Tasche – und holt sie dann mit Wucht raus und dem anderen ins Gesicht. Natürlich ist das dann nur Ausdruck seiner Meinung, wird also von der Meinungsfreiheit gedeckt …

Herzschen meint: (4.6.2009 um 15:11)

Dominic: Wer persönlich wird und mir wirre Dinge der Sorte “Du wärst der erste…” unterstellt, der blamiert sich nicht nur bis auf die Knochen, sondern zieht den Kürzeren und verliert per Disqualifikation.

Wie schon andere hier schrieben, sind die Schüler einfach nur lächerliche Memmen ohne Rückgrat. Sofern der Lehrer ansonsten seinen Lehrauftrag erfüllt und so fair wie möglich benotet, haben die Schüler keinen Grund zu Mami, Papi oder einem Vorgesetzten zu laufen. Wer sich nicht verbal wehren kann bzw. mit verbalen Angriffen klar kommt, die potentiell nur Missverständnisse sind, der hat in einem Beruf wie Vollzugsbeamter, Polizist und ähnlichem, wo ihnen Menschen schutzlos ausgeliefert sind, absolut nichts verloren. Das endet dann nämlich so, dass sie wissentlich ignorieren, wenn Gefangene oder Kollegen foltern, oder sie werden gar selbst zum Täter, wenn sie den aufgestauten Dampf an einem Schwächeren ablassen können.

Vielleicht ist der Lehrer ja auch nur gern sarkastisch bis zynisch. Wenn es so ist und die Schüler das nicht “checken”, dann wäre es schon ironisch, wie recht er mit seiner Behauptung hat. Im Übrigen verstehe ich auch nicht, ob sich die Aufregung auf “geistig minderbemittelt” bezieht, was für weniger intelligente Menschen eine Tatsache und keine Beleidigung ist, oder ob es sich auf die Zugehörigkeit zur Unterschicht bezieht. Irgendwer ist immer Unterschicht, so ist das nunmal in unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur. Das ist meines Erachtens noch keine Beleidigung, zumal die Schüler ihm mit ihrem Verhalten auch noch rechtgeben.

Letztlich ist es aber immer sehr unfair, wenn auch szenetypisch, nur eine Seite zu Wort kommen zu lassen und das bisschen Fakten, dann auch noch ohne Kontext bewerten zu wollen. Aber hey, niemand hat behauptet, lawblog lesen und kommentieren, wäre geistreicher als DSDS.

Sxhade meint: (4.6.2009 um 15:37)

Kein Mensch wacht morgens auf und will Gefängniswärter werden. Leute die sich sowas aussuchen sind pervers. Und wie hier jemand Gefängniswärter mit Plegern oder Müllmännern vergleichen kann versteh ich überhaupt nicht.

Wer andere gefangen hält obwohl sie im nichts getan haben ist wird als pervers bezeichnet. Ich weiss nicht warum man so jemanden nicht mehr so nennen soll nur weil er sich auf eine Autorität die den Freiheitsentzug anordnet hat beruft. Diese Autorität zwing in ja nicht dazu!

Wirklich, was für ein Mensch möchte sein Geld damit verdienen fremde Leute gefangen zu halten? Wer macht das lieber als Kassierer zu sein?

Wie kann man es überhaupt in Frage stellen das jemand der zu so etwas fähig ist krank ist?

mnemosyne meint: (4.6.2009 um 15:50)

Sind nur unter 18 jährige schüler schutzbefohlene? ich glaube nicht.
Wenn man so einen beruf ergreift gilt es auch, verantwortung zu übernehmen und sich an gültige gesetze zu halten. das gilt ja besonders gegenüber schutzbefohlenen.
Niemand hat das recht die würde eines menschens mit füßen zu treten-erstrecht niemand, de in einer autoritätsposition ist.
(wenn jemand sich selbst entwürdigen will-bitte. das steht jedem frei.aber erteilt niemandem anderen das recht dazu. )

(ist das an die presse gegangen? wenn nein: sowas ist immer eine ekelig gute argumentationshilfe in solchen fällen. alerdings darf das kein totschlag-erpressargument sein-sondern wirklich erst genutzt werden wenn alle möglichkeiten ausgeschöpft wurden…

ich hatte das glück großartige lehrer zu habe, engagiert, höflich, intelligent einfühlsam…
ich könnte nicht unterrichten.außerdem sehe ich auch wie viel zeit und anstrengung es kostet, lehrer zu sein. da kann man echt respekt haben. (aber arschlöcher gibt es überall.leider)

ingo meint: (4.6.2009 um 16:19)

@4: ich kenne niemanden der ernsthaft den begriff “vollzugsbediensteter” benutzen würde. die leute die die zellen auf- und zuschliessen sind wärter, im zoo dagegen gibt es tierpfleger. und wenn ich diverse zoo- und knast-dokus (ich war bislang weder inhaftierter noch zootier, kann also nicht auf eigene erfahrungen zurückgreifen) vergleiche kommt mir der tierpfleger-beruf doch etwas anspruchsvoller (wenn auch risikoärmer) vor.

was die these des lehrers angeht: so furchtbar weit hergeholt ist die vermutlich nicht. ein gewisser prozentsatz der leute die zur polizei, armee oder ähnlichen institutionen gehen wollen kommt aus eher bescheidenen sozialen verhältnissen, denn heute genau wie früher ist so eine uniform nebst amtsgewalt und festgehalt für viele der beste und einfachste weg endlich auch mal was darzustellen und etwas besseres zu werden als saisonweise angestellter hilfsarbeiter in der konservenfabrik wie papa (und zumindest was die armee angeht braucht da keiner mit mir diskutieren, ich habe lange genug unteroffiziers-personalakten und bewerberanträge bearbeitet).

Delphinmetzger meint: (5.6.2009 um 01:02)

An die Strafverteidiger hier:

Es würde mich einmal interessieren, ob Sie und ihre Mandanten tatsächlich von “Wärtern”, die sie jetzt in die “Zelle” zurück bringen, sprechen oder ob nicht doch die Begriffe “Schließer” bzw. “Vollzugsbeamter” und “Haftraum” mittlerweile Standard sind. Mir als Referendar hat man jdf. bereits vor fast 2 Jahrzehnten beigebracht, daß der Begriff “Wärter” dem Zoo entlehnt ist und auch die “Zelle”, d.h. das bloße Wegschließen nicht den heutigen Strafzielen entsprechen.

Kenne mich allerdings in Haftsachen nicht aus und es scheint im übrigen ja auch heute noch Dummschwätzer zu geben, die den Beruf des Tierpflegers für anspruchsvoller halten als den des Justizvollzugsbeamten.

“wärter” meint: (5.6.2009 um 11:08)

@matthias
sie denken also sich ein umfassendes urteil über einen berufsstand bilden zu können?
sie stellen alle vollzugsbeamten als geistig minderbemittelt dar und bezeichnen alle bzw.viele vollzugsbeamte als sadisten..aha..
also ich hab den eindruck das sie mal irgendwann schlechte erfahrungen mit diesem berufsstand machten und nun hier ihren persönliche rachefeldzug fahren..
nur warum?
hat ihnen viell.mal ein unterschichtsvollzugsbeamter ne frau ausgespannt oder saß ein mitglied ihrer oberschichtsfamilie viell.mal im knast und wurde dort schlecht behandelt?
wie können sie sich erdreisten tausende von familienvätern und müttern,menschen die das rückgrat dieser gesellschaft bilden so zu diffamieren???!!!!
diese menschen sind nicht alle ehemalige sonderschüler aus nem ghetto sondern menschen die bereits zuvor ehrliche berufe ausübten und brav ihre steuern zahlten.
und sie sind sicher keine sadisten wenn sie menschen einsperren die aufgrund eines gesetzes rechtmäßig verurteilt wurden.
ich würde mir nie erlauben solche allgemein gefassten kommentare über irgendeinen berufsstand abzugeben..
dies ist auch ein stück respekt vor der leistung anderer menschen.
aber sowas wie respekt scheint ihnen völlig fremd zu sein…
da frag ich mich wer hier der sadist ist?
und noch an alle hier die meinen beruf z.b. geringer bewerten als den eines tierpflegers…
ihr alle seid herzlich eingeladen euch mal ne woche mit schwierigen,gewaltbereiten,psychisch kranken menschen aus 50 nationen herumzuplagen…
dann wäre eure sichtweise evtl.eine andere…

ps.noch was zu den leuten die allgemein über berufe wie polizist und soldaten ablästern und deren geistige fähigkeiten anzweifeln…
ein guter spruch dazu:

DIE MENSCHEN(VOR ALLEM GROSSGEOPFERTE WIE EINIGE DER SCHREIBERLINGE HIER KÖNNEN NUR SOLANGE NACHTS RUHIG IN IHREN BETTEN SCHLAFEN,WIE HARTE MÄNNER BEREIT SIND MIT DER WAFFE IN DER HAND FÜR SIE GEWALT AUSZUÜBEN!!!!!!!!!
laßt euch das mal durch den kopf gehen wenn ihr wieder nen polizisten oder soldaten seht!es ist eure sicherheit für die wir unser leben riskieren!
ansonsten hab ich keine lust mehr mich weiter zu solch diffamierenden und teils lächerlichen behauptungen zu äußern..
in diesem sinne.. grüße aus der unterschicht:-D

fiat iustitia meint: (5.6.2009 um 11:16)

# 7: Welcher Jurist ist schon normal sozialisiert ;o) ?

Gerhard meint: (5.6.2009 um 12:41)

„DIE MENSCHEN(VOR ALLEM GROSSGEOPFERTE WIE EINIGE DER SCHREIBERLINGE HIER KÖNNEN NUR SOLANGE NACHTS RUHIG IN IHREN BETTEN SCHLAFEN,WIE HARTE MÄNNER BEREIT SIND MIT DER WAFFE IN DER HAND FÜR SIE GEWALT AUSZUÜBEN!!!!!!!!!“ (“wärter”)

Wer meint Gewalt ausüben zu dürfen / können / müssen ist in solchen Berufen eindeutig fehl am Platz.

„laßt euch das mal durch den kopf gehen wenn ihr wieder nen polizisten oder soldaten seht!es ist eure sicherheit für die wir unser leben riskieren!“ (“wärter”)

Das nehme ich dir nicht ab. In erster Linie ist es doch unser Geld für das ihr euer Leben riskiert.

Snickerman meint: (6.6.2009 um 22:20)

Was mir hier völlig fehlt, ist die Einordnung der Haltung des NRW-Justizministeriums, das in letzter Zeit nichts als Negativschlagzeilen produziert hat. Dort scheint ohnehin alles drunter und drüber zu gehen, da wundert es mich dann auch nicht, dass lieber geschwiegen, unterdrückt und bei Nachbohren auch mal gedroht wird, als dass den Vorwürfen ernsthaft nachgegangen wird.

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Gehören Gefängniswärter zur Unterschicht?