Mit einem Teilgeständnis hat am Montag vor dem Landgericht der Prozess gegen
einen Gefängniswärter wegen Drogenschmuggels begonnen. Der 45-jährige
Justizbedienstete war eigenen Angaben nach von Häftlingen unter Druck gesetzt
worden. Im Februar waren auf dem Parkplatz vor der Justizvollzugsanstalt Tegel
in seinem Auto mehr als ein Kilogramm Haschisch und knapp vier Gramm Heroin
gefunden worden – alles versteckt in Cornflakes-Packungen. Außerdem wurden
Messer, ein Schlagstock und Waffen entdeckt. Der Justizmitarbeiter wurde
verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft (B.Z. berichtete: Versorgte
ein Wärter Knastis mit Drogen?).
Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte seit Juli 2008
bis zu seiner Festnahme wöchentlich etwa 100 Gramm Haschisch an Häftlinge
übergeben und dafür jeweils 150 bis 200 Euro kassiert haben. Vor Gericht gestand
der Mann neben den in seinem Auto gefundenen Drogen zwei weitere
Rauschgiftlieferungen in das Gefängnis.
Im Prozess sitzt auch ein psychiatrischer Gutachter. Der Verteidiger hatte am
Rande des Prozesses darauf verwiesen, dass der Angeklagte unter einem enormen
psychischen Stress gestanden habe. Er war überfordert in jeder Hinsicht, sagte
der Verteidiger. Der Anwalt bemängelte, dass es keine Ansprechstelle gegeben
habe, wo der Gefängniswärter seine Ängste hätte mitteilen können.