Köln - Jan Zocha - einst stand er auf der Fahndungsliste
des Bundeskriminalamtes auf Platz 1. Nicht ohne Grund. Der 42-Jährige gilt als
der „König der Bankräuber“, bastelte Sprengsätze im Gefängnis, verbrühte
Vollzugsbeamte mit kochendem Wasser oder zersägte mit eingeschmuggelten
Diamantfeilen seine Zellengitter und konnte gerade noch an seiner Flucht
gehindert werden. Nun sitzt Jan Zocha im Kölner „Klingelpütz“ und ist dort unter
schärfsten Sicherheitsbedingungen inhaftiert.
„Er ist ein besonders gefährlicher Häftling“, betont Michael Thewalt, Leiter
der Justizvollzugsanstalt Ossendorf, und spricht von „strenger Einzelhaft“. Dies
geschehe auch zum Schutz vor den Mitarbeitern im „Klingelpütz“. „Darauf lege ich
großen Wert“, so Thewalt weiter. Kein anderer Häftling in der JVA unterliege
derart hohen Sicherheitsmaßnahmen.
Beispielsweise muss Zocha wenn er aus der Zelle möchte, die Hände aus der
Klappe der Zellentür stecken, damit die Handschellen angelegt werden können.
Auch die Füße werden mit Fesseln versehen, bevor er den Raum verlässt. Beim Gang
über die Flure des „Klingelpütz“ wird der gefährliche Schwerverbrecher nicht aus
den Augen gelassen. Dies gilt auch, wenn Zocha auf die Toilette oder Duschen
möchte. Eine Rasur gibt es nur unter Aufsicht und Essen darf der ehemalige
„König der Bankräuber“ nur mit Plastikbesteck. Jegliche spitzen Gegenstände
wurden aus der Einzelzelle entfernt, in der er allerdings nicht gefesselt sitzen
muss.
Im „Klingelpütz“ ist Zocha ein ganz einsamer Mann. „Er muss alles alleine
machen“, sagt Thewalt. Besucher dürfe der 42-Jährige empfangen, einen direkten
Kontakt gibt es aber nicht. „Da ist eine Trennscheibe dazwischen“, erklärt der
JVA-Chef. Diese höchste Sicherheitsstufe gelte „bis auf weiteres“. Weil er bei
der Ausgabe zum Frühstück zwei Beamte in der JVA Bielefeld mit kochendem Wasser
übergoss, wurde Zocha Mitte Juni wegen gefährlicher Körperverletzung zusätzlich
zu vier Jahren Haft verurteilt und dann nach Köln verlegt. In Bielefeld saß er
wegen 14 Banküberfällen, zu 12 Jahren Haft verurteilt. |