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... | | Rubrik Lokalmeldungen Nürnberg | | | Überschrift | | Ausbrecher hatte Helfer | |
Ausbrecher hatte Helfer | | Jan Grzywacz verschwand vermutlich mit einem
Audi | NÜRNBERG
- Der 30-Jährige, der auf spektakuläre Weise aus dem Gefängnis
ausgebrochen ist, ist nach wie vor auf der Flucht. Alles
deutet darauf hin, dass Jan Jacek Grzywacz Komplizen hatte.
Den Ermittlungen zufolge verschwand der Pole mit einem dunklen
Audi.
Bis in die Nähe der Theodor-Heuss-Brücke folgten
die Polizeihunde der Fährte des Entflohenen. Dort verliert
sich seine Spur. Dort dürfte Grzywacz am frühen Montagmorgen,
unmittelbar nach seinem Ausbruch, in einen schwarzen Audi mit
Nürnberger Kennzeichen gestiegen sein. Davon geht die Polizei
mittlerweile aus. | | Gut vorbereitet | Alles
spricht dafür, dass der Ausbruch gut vorbereitet war und der
30-Jährige Komplizen hatte, die ihn aus der Stadt brachten;
die ihm neue Kleidung verschafften - der Flüchtige trug nach
dem Ausbruch den Häftlings-Blaumann -; die ihn mit Geld,
Lebensmitteln und vielleicht mit einer neuen Identität
versorgten.
Wie Grzywacz mit seinen Fluchthelfern
Kontakt aufnahm, ist unklar. Seit 18. Juni saß der Pole in
Nürnberg in Untersuchungshaft. Doch während dieser Zeit habe
dieser keinen Besuch gehabt, sagt Werner Engerer, Vizechef des
Gefängnisses. Grzywacz war im März in der Nähe von Naumburg
festgenommen und dann von der dortigen JVA nach Nürnberg
überstellt worden, weil er hier einen Einbruchdiebstahl
begangen haben soll. | | Nach Polen ausliefern | Möglicherweise hat sich Grzywacz bereits ins Ausland
abgesetzt. Sein Heimatland Polen dürfte er aber vermutlich
meiden. Dort muss der 30-Jährige laut Engerer noch eine
Freiheitsstrafe verbüßen. Wie berichtet, sollte der Häftling
von Nürnberg aus nach Polen ausgeliefert werden.
Grzywacz gilt als der Drahtzieher des Ausbruchs, den
er mit einem in derselben Zelle sitzenden Landsmann in der
Nacht zum Montag unternommen hatte. Wie berichtet, hatten sie
mit einem Schraubenzieher ein Loch in die Decke gebohrt. Vom
Dach aus seilten sie sich an zusammengeknoteten Bettlaken 15
Meter in die Tiefe ab - bis auf den Parkplatz des benachbarten
Gerichtsgebäudes. Der Ältere, ein 37-Jähriger, der eine
Prostituierte vergewaltigt haben soll, wurde wenig später ganz
in der Nähe geschnappt.
Nach Grzywacz wird intensiv
gefahndet. Die Polizei hat ein Bild und eine Beschreibung des
Flüchtigen veröffentlicht. Der dunkelblonde Pole ist zirka
1,80 Meter groß. Er wiegt 70 Kilo und hat Schuhgröße 47. Er
raucht und hat Zahnlücken. Wer den entflohenen Häftling
gesehen oder am Montag zwischen 3.30 und 5 Uhr auf der
Theodor-Heuss-Brücke Verdächtiges beobachtet hat, wird
gebeten, sich unter (0911)21123333 an die Kripo zu wenden.
Horst Arnold, SPD-Landtagsabgeordneter und
Vize-Vorsitzender des Gefängnisbeirats, wiederholt indes seine
Kritik an der dünnen Personaldecke im Gefängnis. Der
Personalmangel sei unwiderlegbar. Dass seine Kritik auf
falschen Zahlen beruhe, wie Justizministerin Beate Merk (CSU)
entgegnet hatte, weist Arnold zurück. «Es ist ein Phänomen,
mit welchen Rechenkünsten die Bayerische Staatsregierung
peinlichste Situationen negiert.« |
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