2009.08.29
Heute war also der große Tag. im offenen
Frauenknast. Der Tag der offenen Tür, mit dem der Folterknast von den Skandalen
der letzten Monate ablenken will. Aber dummerweise spiel ich da nicht mit. Und es
kam so wie ich es bereits voraussagte. Erwartungsgemäß hatte ich trotz
"Tag der offenen Tür" sofort ein Hausverbot erhalten. Für mich sollte
es also keine Informationen über den Strafvollzug geben, und auch den Imbiss
sollte ich nicht genießen dürfen.
Doch man wollte mir nicht nur den Zutritt zum
Knast untersagen, sondern verweigerte mir auch das Begehen des schmalen
Bürgersteigs vor dem Knast.
Viele Hausbesitzer kennen das, das Begehen des
Bürgersteigs vor dem eigenen Haus kann nicht untersagt werden, und das gilt
natürlich auch für Knastbeamte, wobei hier auch noch fraglich ist, ob gerade
dieser Beamte überhaupt das Hausrecht hat.
Ich bin jedoch nicht kleinlich, und ging daher
auf die Straße, aber dies fand auch kein gefallen. Der Beamte rief die Polizei,
und verlangte telefonisch, man solle einen Streifenwagen vorbeischicken, um mir
ein großflächigen Platzverweis zu erteilen.
Weiterhin behauptete der JVA-Mitarbeiter, dass
meine Flugblätter angeblich wieder eine Beleidigung sein sollte. Ja die werden
nie schlau. Bereits 2007 stellten sie Strafantrag wegen angeblicher Beleidigung
der JVA. Dabei kann man eine JVA gar nicht beleidigen.
Obwohl die JVA beinahe jeden Monat das
Amtsgericht anschrieb um zu erfahren, wann ich denn endlich verurteilt würde,
habe ich das Verfahren 2009 gewonnen.
Bis die Polizei kam ging ich erstmal auf die
andere Straßenseite um die geparkten Autos mit meinen Flugblättern zu
beglücken. Auch nutze ich die Zeit um meinen Lieblingsrichter anzurufen, um
mich schon mal zu erkundigen, welche Möglichkeiten die Polizei hat.
Irgendwann kam der Streifenwagen. Nachdem die Polizisten
mit den Beamten gequatscht hatten, kamen sie zu mir. Ich erklärte, dass ich
überhaupt nicht auf dem Grundstück der JVA war, und auch keinen Wert drauflege.
Ich erklärte weiter, dass mir die JVA die Nutzung des Bürgersteigs nicht
verweigern kann. Dann teilten mir die Polizisten mit, dass die JVA behauptet
hätte, ich hätte angeblich Besucher mit meinen Flugblättern belästigt, und
diese hätten sich angeblich bei der JVA beschwert.
Das war gelogen. Ich war mit zwei Personen im
Bus angekommen. Der Frau hatte ich ein Flugblatt gegeben, der begleitende Mann
fragte dann, ob er auch eins haben kann. Also keine Belästigung. Alle anderen
Flugblätter wurden bis dahin nur hinter die Scheibenwischer von Fahrzeugen
angebracht.
Ich habe den Beamten auch die Flugblätter
gezeigt, und der Beamte meinte auch dass diese keine Beleidigung enthalten. Das
Grundrecht auf freie Meinungsäußerung sei sehr weit gefasst. Auch den
gewünschten weiträumigen Platzverweis erteilten die Beamten nicht. Ich erklärte
mich aber großzügig bereit, den schmalen Bürgersteig auf der anderen
Straßenseite nicht zu begehen. Schließlich parkten die Autos vor der JVA nur
auf meiner Seite.
Ich denke das war mal wieder ein Reinfall für
den Knast. Es scheint als gäbe es bei der JVA einen Beamten der Lesen kann,
oder dies gerade lernt. Nachdem ich an 10 bis 15 Fahrzeuge meine Flugblätter
hinterließ, ging der von Auto zu Auto um alle Flugblätter wieder abzunehmen.
Auch der Polizeipräsident war anscheinend am
Tag der offenen Tür. Kurz nachdem der Streifenwagen weg war ging ich an einem
großen Audi vorbei, in dem ein Fahrer saß und auf jemand wartete. Auf dem
Beifahrersitz befand sich eine Polizeikelle. Daraufhin habe ich mir das
Nummernschild angesehen.
GE-PP 300. Wobei das „PP“ für Polizeipräsident
stehen dürfte.
Es wurden etliche Videominuten aufgenommen,
die in den nächsten Tagen bearbeitet und eingespielt werden.
Leittragende
dieses "ToT" dürften die Gefangenen im geschlossenen Vollzug gewesen
sein. Daheute besonders viele Beamte im offenen Vollzug tätig
waren, dürften im geschlossenen Vollzug kaum noch Beamte gewesen sein.
Wahrscheinlich wird daher im geschlossenen Vollzug der längere
Umschluss am Wochende ausgefallen sein. Aber das macht nichts, davon
bekommt die Öffentlichkeit ja nichts mit.
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