Im Fall des in Tegel überraschend gestorbenen Häftlings hat die
Justizverwaltung die anhaltende Hitzewelle als Todesursache ausgeschlossen. "Es
gibt keine Anhaltspunkte auf einen Hitzetod", sagte die Sprecherin der
Senatsjustizverwaltung, Juliane Baer-Henney. Genaue Ergebnisse erwarte man von
der Obduktion. Der Häftling war in der Nacht zum Montag verstorben.
Auf Weisung der Justizsenatorin seien Dienstagmittag Temperaturmessungen in
den Zellen vorgenommen worden, dabei seien Werte zwischen 26 und 28,5 Grad
ermittelt worden. Wegen der Hitze habe die Anstaltsleitung sowohl die
Freistunden als auch die Aufschlußzeiten, während derer die Häftlinge sich
außerhalb der Zellen bewegen können, verlängert. Zudem bestehe für die
Gefangenen auch mehrmals am Tag die Möglichkeit zum Duschen, erklärte die
Justizsprecherin.
"Darüber hinaus stehen große Mengen Tee bereit. Die Häftlinge nehmen dieses
Angebot jedoch kaum war, sie ziehen es vor, über den Anstaltsverkauf Getränke
eigener Wahl zu erwerben", sagte Baer-Henney. Über die in die Öffentlichkeit
gelangte Kritik an den vermeintlich unhaltbaren Zuständen in der JVA Tegel
zeigte sich die Justizverwaltung gestern verwundert. "Bei der Anstaltsleitung
oder den Gruppenleitern hat sich, wie unsere Überprüfung ergab, niemand
beschwert", so die Sprecherin.