2006: Häftlinge reißen einem Zellengenossen in der JVA Oslebshausen
bei Bremen sechs Fußnägel heraus. Das Opfer behauptet danach aus Angst, sich die
Verletzungen selbst zugefügt zu haben.
2005: In der Nacht zum 9. November malträtieren fünf Häftlinge Thomas
G. im Gefängnis Berlin-Tegel: Stundenlang treten sie auf ihn ein, zwingen ihn,
ihr Urin zu trinken, halten seinen Kopf unter die WC-Spülung, rammen ihm eine
Flasche in den After und stülpen ihm einen Mülleimer über den Kopf. Um sechs Uhr
morgens ist das Martyrium vorbei. Thomas G. zeigt seine Zellengenossen an.
Ein 23-Jähriger drangsaliert zwischen Weihnachten und Neujahr in der JVA
Recklinghausen einen zwei Jahre älteren Zellengenossen und zwingt ihn, alleine
die Reinigungsarbeiten auszuführen. Als der 25-Jährige es wagt zu widersprechen,
zündet der jüngere Häftling Nase, Stirn, Ohren und die Innenflächen beider Hände
mit seinem Feuerzeug an.
Zwei Häftlinge tyrannisieren den 15 Jahre alten Christian Z. in der
Drei-Mann-Zelle Nummer 407 der Zeithainer Jugendstrafanstalt. Am 22. April
eskaliert die Gewalt: Die beiden 23 und 20 Jahre alten Gefangenen wickeln den
15-Jährigen in Müllsäcke und schieben ihn Stunden lang unter ein Bett. Später
tauchen sie seinen Kopf in die Toilettenschüssel, drücken wieder und wieder die
Spülung. Zum Ende legen sie ihr Opfer auf eines der Zellenbetten und vergehen
sich an ihm.
2004: Am 1. September fesseln drei Gefangene ihren Mithäftling Martin
B., knebeln und schlagen ihn. Anschließend zwingen sie ihn zum Oralverkehr. Dann
legen sie ihm eine Schlinge um den Hals, um ihn zu töten. Doch der Stoffstrick
reißt zweimal. Erst beim dritten Versuch gelingt ihnen der Mord.
Im September finden Aufseher des Leipziger Gefängnisses einen 48 Jahre alten
Häftling aufgehängt in seiner Zelle. Schnell stellt sich heraus, dass ihn seine
vier Mitgefangenen im Alter zwischen 21 und 34 Jahren zu Tode prügelten und
anschließend aufhängten, um den Mord als Selbstmord zu tarnen.
2002: In der Justizvollzugsanstalt Köln malträtiert Pierre S. seinen
19 Jahre alten Mitgefangenen. Immer wieder schlägt er auf den physisch
unterlegenen Jungen ein, zwingt ihn, Urin zu trinken und alle Zigarettenkippen
aus dem randvollen Aschenbecher runterzuwürgen. Außerdem taucht er den Kopf des
19-Jährigen in die verstopfte Toilettenschüssel.
2001: Zwei 17 und 21 Jahre alte Häftlinge der Jugendstrafanstalt
Ichtershausen töten im Oktober den 16-jährigen Roland B., nachdem sie ihn Wochen
lang gedemütigt, misshandelt und schikaniert hatten. Der junge Häftling stirbt
gefesselt und geknebelt auf einem Stuhl - erdrosselt von seinen
Mitgefangenen.
1998: Vier Gefangene quälen den 57-jährigen Wilfried M. in der
Haftanstalt Schweinfurt: Sechs Stunden lang demütigen sie den Mann, reiben ihn
mit brennender Rheumasalbe im Genitalbereich ein, zwingen ihn zum
Oralverkehr.
1997: Im Gefängnis von Naumburg kommt es im November in Zelle 318
zwischen Torsten L. und seinen Zellengenossen zum Streit, in dessen Verlauf vier
Häftlinge auf den betrunkenen Torsten L. einprügeln, weil dieser im Rausch Lärm
verursacht hatte.
1994: Justizbeamte finden am 12. Januar den 51 Jahre alten Dieter J.
tot im Bett seiner Zelle der Hamburger Haftanstalt Fuhlsbüttel. Rechtsmediziner
entdeckten 13 Trümmerbrüche des Schädels, 15 Stichverletzungen, vier davon
mitten im Herz. Sein Mörder war ein Gefängnisinsasse. |